Versicherungscheck, Teil 7

Unnötige Versicherungen

Viele Haushalte bezahlen für ihre Versicherungen zu viel Geld. Und das nicht nur, weil beispielsweise in der Hausratversicherung zu hohe Deckungssummen vereinbart wurden. Oftmals wurden auch Versicherungen abgeschlossen, die wenig bringen, aber viel kosten. Zu solchen meist unnötigen, aber dafür teuren Absicherungen zählen unter anderem folgende Policen:

Ausbildungsversicherung

Ausbildungsversicherungen gibt es unter verschiedenen Namen und mit variierenden Konzepten. In der Regel verbergen sich dahinter Ansparpläne oder eine kapitalbildende Lebensversicherung. In Anbetracht der oft hohen Abschluss- und Verwaltungskosten und der geringen Flexibilität ist es sinnvoller, das Geld für die Versicherungsprämien lieber selbst anzulegen (beispielsweise auf einem Tagesgeldkonto oder mit einem Fondssparplan).

Glasbruchversicherung

Die Beiträge für eine Glasbruchversicherung sind im Verhältnis zur möglichen Schadenhöhe viel zu teuer. Da eine kaputte Scheibe in der Regel niemanden in den finanziellen Ruin stürzt, kann man auf eine solche Versicherung ruhig verzichten. Zudem sind Glasschäden vielfach auch durch wichtigere Versicherungen wie die Hausrat- oder Privathaftpflichtversicherung abgedeckt.

Handyschaden SpiderwebSpiderweb, ein klassischer Handyschaden. Handyversicherungen versprechen hier Schutz, lohnen sich jedoch meist nicht.
(Bild: GeKo2)

Handyversicherung

Eine ähnlich überflüssige Luxuspolice wie die Glasbruchversicherung ist die beliebte Handyversicherung. Die Tarife sind im Verhältnis zur möglichen Schadenhöhe ebenfalls zu teuer. Zudem sind meist viele Schäden vom Versicherungsschutz ausgeschlossen, im Schadenfall wird auch nur der Zeitwert des Handys ersetzt.

Insassenunfallversicherung

Eine Insassenunfallversicherung soll den Fahrer eines Autos und etwaige Mitfahrer vor den finanziellen Folgen eines Verkehrsunfalls schützen. Allerdings wird der gebotene Versicherungsschutz vielfach schon durch andere Versicherungen abgedeckt, insbesondere die Kfz-Haftpflichtversicherung. Lediglich bei einem selbstverschuldeten Unfall ist der Fahrer nicht durch die Kfz-Haftpflichtversicherung geschützt. Für diesen Fall ist jedoch der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung bzw. einer privaten Unfallversicherung die sinnvollere Alternative.

Krankenhaustagegeldversicherung

Bei langen, gravierenden Erkrankungen versprechen Krankenhaustagegeldversicherungen einen Ausgleich für die entstandenen Einkommensverluste. Allerdings zahlen sie nur für die Tage, die der Versicherte tatsächlich im Krankenhaus verbringt. Sinnvoller sind hier Krankentagegeldversicherungen. Sie zahlen auch dann, wenn die Krankheit zu Hause auskuriert wird.

Reisegepäckversicherung

Wertsachen wie Kameras, Schmuck oder teure Kleider sind bei einer Reisegepäckversicherung oft nur begrenzt versichert. Zudem kann dem Geschädigten von den Versicherungen schnell vorgeworfen werden, das Gepäck nicht immer im Blick gehabt und daher bei Diebstahl grob fahrlässig gehandelt zu haben. Im Übrigen ist das eigene Gepäck bei Urlaubsreisen oftmals schon über die Hausratversicherung abgesichert. Kommt ein Koffer bei einer Flugreise abhanden, ist zudem die jeweilige Fluggesellschaft innerhalb gewisser Wertgrenzen (oft bis rund 1.000 Euro) zu Schadenersatz verpflichtet.

Sterbegeldversicherung

Wer seine Familie nicht mit den Kosten für die eigene Beerdigung belasten möchte, den versuchen Versicherungen von einer Sterbegeldversicherungen zu überzeugen. Unter Experten gelten diese Policen als besonders teuer und unnötig. Ähnlich wie bei den Ausbildungsversicherungen ist es aufgrund der hohen Abschluss- und Verwaltungskosten sinnvoller, das Geld für die Versicherungsprämien lieber selbst anzulegen (beispielsweise auf einem Tagesgeldkonto oder mit einem Fondssparplan).


(Ende) versicherungspuls/01.06.2017/mar

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