Haftpflichtversicherung

Schlüsselverlust: Hohe Kosten für Schlossaustausch

Rund 800.000 Schlüssel gehen jedes Jahr deutschlandweit verloren. Insgesamt entsteht so nach Berechnungen der VdS Schadenverhütung, einer Tochtergesellschaft des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft, jährlich ein Schaden von fast 100 Millionen Euro. Für die betroffenen Pechvögel kann ein solcher Schlüsselverlust schnell Kosten in Höhe von mehreren tausend Euro nach sich ziehen – etwas wenn die zentrale Schließanlage eines Wohnblocks betroffen ist. Einen großen Teil der Kosten müssen viele Betroffene immer noch selbst bezahlen. Dabei gibt es für solche kostspieligen Schäden spezielle Versicherungspolicen.


Auf die Hausratversicherung können sich die Verlierer eines Schlüssels nicht verlassen: Sie kommt nur für den Ersatz des persönlichen Hausschlüssels zum Beispiel nach einem Raub auf, nicht aber für fremde oder dienstliche Schlüssel. Auch Wohnungsschutzbriefe helfen kaum weiter: Ist der Türöffner weg, organisiert und bezahlt die Versicherung bei dieser Police zwar den Schlüsseldienst – allerdings nicht die Kosten für neue Schlösser. Nicht mal die meisten privaten Haftpflichtversicherungen reichen aus: Der Verlust von fremden Schlüsseln ist darin nicht immer mit abgesichert.

Zusatz-Baustein der Haftpflichtversicherung

“Jeder, der einen Generalschlüssel mit sich herumträgt, sollte daher überprüfen, ob und bis zu welcher Höhe der Verlust in seiner privaten Haftpflicht-Police abgesichert ist”, rät Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale NRW. Fehle ein ausreichender Schutz, empfehle sich eine zusätzliche Versicherung. Wer etwa die Schließanlage eines Mehrfamilienhauses oder Bürogebäudes entriegeln könne, sollte eine Police abschließen, die bei einem Verlust mindestens den möglichen Schaden erstatte. Das gleiche gelte beim Besitz fremder, privater Schlüssel – etwa weil man gelegentlich in der Nachbarwohnung die Blumen gießt.

Am einfachsten sei es, eine bestehende Haftpflichtversicherung um den entsprechenden Schutz aufzustocken, rät die Verbraucherzentrale. So übernehme beispielsweise die HUK-Coburg für einen zusätzlichen Beitrag von 15 Euro im Jahr Kosten bei Schlüsselverlusten von bis zu 50.000 Euro – bei “lediglich” 250 Euro Selbstbeteiligung. Die Victoria und Hamburg-Mannheimer Sachversicherung böten für knapp zehn Euro im Jahr einen Zusatzbaustein an, der Kosten von bis zu 10.000 Euro absichere.

In einigen Haftpflicht-Policen sei der Schutz sogar automatisch enthalten. So etwa in den AXA-Haftpflichtversicherungen “BoxPlus Standard” (Schlüsselschäden bis 20.000 Euro) und “BoxPlus Extra” (Schäden bis 30.000 Euro). Diese Erweiterung koste eine Familie im Jahr zusätzlich rund 18 Euro bzw. 44 Euro pro Jahr. Die Allianz mache es genauso: Sie habe den Schutz vor Schäden von bis zu 30.000 Euro in ihr Paket “Haftpflicht-Optimal” integriert.

Selbstbeteiligung muss nicht sein

Wer sich für einen Tarif mit Selbstbeteiligung entscheidet, zahlt zwar geringere Beiträge, muss aber einen Teil der Kosten übernehmen. Weil die Ersparnis relativ gering ist, Schadensfälle aber häufiger vorkommen können, rät Verbraucherschützerin Weidenbach generell zu privaten Haftpflichtversicherungen ohne Selbstbeteiligung.

Und noch ein abschließender Tipp: Wer einen Schlüssel vermisst, beispielsweise durch den Diebstahl der Handtasche, sollte auf jeden Fall rasch die Polizei informieren und auch zügig die Schlösser tauschen lassen. Denn sollte andernfalls ein Einbrecher kurz darauf die Wohnung ausräumen, haftet die Hausratversicherung nicht.

Quelle: Verbraucherzentrale NRW
(ENDE) versicherungspuls.de/.04.2010