Richterspruch

Krankenversicherung: Selbstbeteiligung nach selbst verschuldeter Krankheit

Kurz notiert: Ob bei einem Verkehrsunfall unter Alkoholeinfluss oder medizinischen Komplikationen nach einem Piercing oder einer Schönheits-Operation – wer eine Krankheit selbst verschuldet, kann von der gesetzlichen Krankenkasse an den Behandlungskosten beteiligt werden. Das bestätigt ein Urteil des Sozialgerichts Dessau-Roßlau (Az.: S 4 KR 38/08).


“Ein Autofahrer hatte betrunken einen Unfall verursacht und sich dabei verletzt. Die Richter stimmten zu, dass er einen Teil der medizinischen Folgekosten selbst bezahlen muss”, erklärt Svenja Bartmann, Gesundheitsexpertin der R+V Versicherung, den Hintergrund des Urteils. Entscheidend sei gewesen, dass der Autofahrer wegen vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs rechtskräftig verurteilt wurde. “Grundlage hierfür ist Paragraph 52 Absatz 1 des Sozialgesetzbuchs V. Bei Straftaten können die Leistungen ebenso beschränkt werden wie in anderen Fällen von Selbstverschulden”, so Bartmann weiter.

Wichtig zu wissen: In solchen Fällen können die Krankenkassen nicht nur Teile der Behandlungskosten, sondern auch das Krankengeld teilweise oder komplett zurückfordern. Wie hoch dieser Betrag ausfällt, hängt jedoch vom Einzelfall ab.

Quelle: R+V Infocenter
(ENDE) versicherungspuls.de/19.04.2010

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