Fahrstil-Erfassung

Kfz-Versicherung: Junge Fahrer profitieren von Telematik-Tarifen

Spezielle Telematik-Tarife in der Autoversicherung sind gerade für junge Autofahrer eine Möglichkeit, ihre Beiträge um mehrere Hundert Euro zu reduzieren. Zu dem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest in einer aktuellen Untersuchung für ihre Zeitschrift Finanztest.

Weil junge Leute deutlich mehr Unfälle verursachen als ältere, verlangen Autoversicherer von Fahranfängern deutlich höhere Preise für die Kfz-Haftpflicht und die Kaskoversicherung. Sparpotenzial bieten hier Telematik-Tarife. Mit ihnen können die Versicherer das Fahrverhalten jedes Kunden individuell messen und so sein Risiko präzise einschätzen. Junge Fahrern können so für ihren persönlichen Einzelfall nachweisen, dass sie betont vorsichtig fahren. Um das Fahrverhalten zu ermitteln, nutzen Versicherer entweder eine App fürs Smartphone oder eine Telematik-Box. Die Box kann fest eingebaut werden und sendet alle relevanten Daten über Mobilfunk. Eine Alternative dazu: Ein Stecker, der direkt in die elektronische Diagnose-Schnittstelle des Pkw kommt.

Mit Telematik nutzen Versicherer neben den üblichen Einstufungsmerkmalen wie Alter, Beruf, Jahreskilometer oder Schadenfreiheitsklasse zusätzlich einen Punktwert, der aus dem individuellen Fahrstil errechnet wird. Berücksichtigt werden dabei vor allem Geschwindigkeit, scharfes Bremsen, Beschleunigen, Straßentyp (Autobahn oder innerorts), Nachtfahrten und Kurventempo. Das kann jungen Fahrern mehrere Hundert Euro Ersparnis bringen. So lag der günstigste Telematik-Tarif für einen 19-jährigen Golf-Fahrer der Stiftung Warentest zufolge bei rund 800 Euro. Die günstigste Police ohne Telematik kostete 1.057 Euro – was allerdings auch noch günstiger sei als so manches Telematik-Angebot. Ein Tarifvergleich lohnt also.

Übrigens: Wer sich aus Datenschutzgründen gegen Telematik-Tarife ausspricht, dem hält die Stiftung Warentest entgegen, dass in modernen Autos mehrere Dutzend elektronische Systeme automatisch jede Menge Daten wie Kilometerzahl, Drehzahl oder Bremsvorgänge sammeln und an den Hersteller funken. Auch Werkstätten können diese Daten auslesen. Beim Einsatz von Telematik nutzten Versicherer ein Verschlüsselungssystem, so dass am Ende nur der Punktwert für den Fahrstil dem Fahrer zugeordnet werden könne, aber nicht die einzelnen Daten.

Den ausführlichen Artikel „Telematik in der Autoversicherung“ gibt es in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest (5/2017) und auf der Webseite der Stiftung Warentest unter: www.test.de/telematik.


Quelle: Stiftung Warentest
(Ende) versicherungspuls/20.04.2017/pm/mar