Versicherungstipp

Kfz-Versicherung: Hohe Selbstbeteiligung nicht immer ratsam

Bei einer Kfz-Versicherung können Fahrzeughalter die Höhe ihrer Selbstbeteiligung im Schadensfall frei wählen. Einen hohen Selbstbehalt belohnen Versicherungen mit niedrigeren Beiträgen. Doch für Versicherungsnehmer lohnt sich das nicht immer, wie eine Auswertung des Vergleichsportals TopTarif belegt.

Eine kleine Beule oder ein Kratzer müssen nicht immer von der Kfz-Versicherung reguliert werden. Häufig übernehmen Autofahrer die Kosten dafür im Rahmen ihrer Selbstbeteiligung. Das hat zwei Vorteile: Zu einen vermeiden sie eine höhere Versicherungsprämie. Zum anderen verringert sich der Verwaltungsaufwand bei der Versicherung, was diese bei Tarifen mit Selbstbehalt mit einem Preisnachlass honoriert. Vielen Autofahrern ist allerdings nicht bewusst, welcher Eigenanteil sinnvoll ist und wie stark sich der Betrag auf die Prämie auswirkt.

Weniger bringt meist mehr

Wie hoch der Rabatt sein kann, hat TopTarif für einen Berliner Modellfahrer ermittelt. Ohne Selbstbeteiligung kostet die Teilkaskoversicherung demnach rund 390 Euro im Jahr. Ein Selbstbehalt von 150 Euro bringe im Schnitt 20 Prozent Ermäßigung. Bei 300 Euro steige der Nachlass auf 27 Prozent, das seien rund 100 Euro Ersparnis bei der Versicherungsprämie. „Ein noch höherer Eigenanteil lässt den Rabatt aber nicht proportional mit ansteigen. Hier sinkt der Kfz-Beitrag nur noch geringfügig um wenige Prozent“, erklärt TopTarif-Geschäftsführer Dr. Arnd Schröder.

Bei der Vollkaskoversicherung kann der Selbstbehalt unter Umständen mehrere Hundert Euro Ersparnis ausmachen. Im Modellfall zahlt der Fahrer ohne Selbstbeteiligung 805 Euro im Jahr für die Vollkasko. Schon 150 Euro Eigenleistung senken den Versicherungsbeitrag dem Vergleich zufolge um 24 Prozent, 300 Euro um knapp ein Drittel – das sind mehr als 200 Euro Ersparnis. Aber auch hier gilt: „Das Rabattpotenzial nimmt mit steigender Höhe der Selbstbeteiligung ab. Ob es sich lohnt, für weitere neun Prozent Nachlass in der Versicherung, 1.000 Euro Selbstbeteiligung bei einem Unfall aufzubringen, muss jeder für sich abwägen“, meint Schröder. Dazu kommt, dass viele günstige Tarife oftmals nur einen niedrigen Selbstbehalt zulassen.

Das Fazit des Vergleichsportals: Bei der Teilkasko lohne sich für die meisten Autofahrer ein Selbstbehalt in Höhe von 150 oder 300 Euro, bei der Vollkasko von 300 Euro. Bis zu diesen Werten sei das Sparpotenzial relativ hoch, die etwaigen Eigenleistungen aber noch überschaubar.


Quelle: Toptarif
(Ende) versicherungspuls/26.06.2017/mar

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