Finanztest: Versicherungsvermittler bieten keine “gute” Beratung

Versicherungsvermittler beraten ihre Kunden nicht gut. Zu diesem Ergebnis kommt die Zeitschrift Finanztest nach einem Test des Versicherungsaußendienstes von 26 großen Versicherungsunternehmen. Danach boten insbesondere die Vertreter von Allianz und Alte Leipziger besonders dürftige Beratungen. Aber auch die anderen Unternehmen konnten insgesamt nicht überzeugen, kein Versicherer habe das Qualitätsurteil “Gut” erreicht.


Insgesamt prüften die Verbraucherschützer der Stiftung Warentest in 182 Testgesprächen die Beratungsleistung des Außendienstes bei der Vermittlung von Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherungen. Dabei stellte sich heraus, dass der vermittelte Versicherungsschutz in den wenigsten Fällen dem tatsächlichen Bedarf entsprach. Besonders ungenügend waren die Vorschläge für alleinerziehende Frauen. Auch die wichtigen Angaben der Kunden zu Vorerkrankungen wurden oft nicht in die Versicherungsformulare eingetragen, z.B. mit dem Hinweis: “Das lassen wir besser weg”. Damit riskiert der Kunde, dass die Versicherung die Leistung später verweigert.

Die Information der Kunden über die angebotenen Verträge ließ zu wünschen übrig. Vielfach waren Versicherungsbedingungen und Produktinformationsblätter so schlecht aufbereitet, dass sie für den Kunden praktisch wertlos waren. Ein Allianz-Vertreter übergab laut Finanztest sogar 165 lose Seiten.

Insgesamt gab es bei allen Versicherern einzelne gute Beratungen. Nirgends aber konnte man sich auf eine durchgängige Beratungsqualität verlassen, so die Tester. Von den 26 Lebensversicherungsgesellschaften erhielten 20 ein “Befriedigend”, sechs weitere noch ein “Ausreichend”. Insgesamt am besten schnitten die Vermittler von HDI Gerling und VGH ab.

Den ausführlichen Test mit den Ergebnissen der einzelnen Versicherungsanbieter gibt es im Online-Angebot von Finanztest: Versicherungsvermittler: Kein Unternehmen gut.

Quelle: Stiftung Warentest
(ENDE) versicherungspuls/20.11.2009