Witwenrente: Absicherung für Hinterbliebene

Die Ehefrau oder den Ehemann zu verlieren, darüber möchte niemand gerne nachdenken. Doch die meisten Menschen müssen sich irgendwann einmal damit befassen. Dann ist es gut zu wissen, dass zumindest die finanzielle Existenz des Hinterbliebenen gesichert ist – wofür allerdings einige Voraussetzungen erfüllt sein müssen.

“Grundsätzlich hat Anspruch auf eine Witwen- oder Witwerrente, wer bis zum Tod des Partners mit ihm in gültiger Ehe oder auch in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft gelebt hat”, erklärt Ulrich Theil von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Die Ehe dürfe also weder rechtskräftig geschieden noch für nichtig erklärt oder aus sonstigen Gründen aufgehoben worden sein. Ob die Partner tatsächlich zusammen oder getrennt gelebt haben, spiele dabei keine Rolle. Ganz im Gegenteil jedoch zur Art der Eheschließung: Wirksam sei hier nach deutschem Recht weiterhin ausschließlich der beim Standesamt geschlossenen Bund fürs Leben.


Um so genannte reine Versorgungsehen zu verhindern, wird eine Witwen- oder Witwerrente bei Eheschließungen ab Januar 2002 nur noch gezahlt, wenn die Ehe mindestens ein Jahr bestanden hat. Davon gibt es aber auch Ausnahmen, zum Beispiel bei plötzlichem Unfalltod oder unvorhersehbarer Krankheit des Ehepartners. Um eine Witwen- oder Witwerrente zu erhalten, müssen noch weitere rentenrechtliche Voraussetzungen erfüllt sein:

Wichtig sei zudem, so Theil, dass der verstorbene Ehepartner die Mindestversicherungszeit in der Rentenversicherung (allgemein fünf Jahre) erfüllt hat. Diese könne auch vorzeitig als erfüllt gelten, zum Beispiel durch einen Arbeitsunfall. Zudem dürfe der Hinterbliebene nicht wieder geheiratet oder eine eingetragene Lebenspartnerschaft geschlossen haben.

Höhe der Witwenrente

Wie hoch die Witwen- bzw. Witwerrente ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dabei gilt zunächst: Für die auf den Sterbemonat folgenden drei Kalendermonate, auch “Sterbevierteljahr” genannt, wird die Hinterbliebenenrente in voller Höhe der Rente des Verstorbenen gezahlt. So soll den Hinterbliebenen der finanzielle Übergang auf die veränderten Verhältnisse erleichtert werden.

Ab dem vierten Kalendermonat ist zu unterscheiden zwischen großer und kleiner Witwen- oder Witwerrente: “Die kleine Rente gibt es für Hinterbliebene unter 45 Jahren, die nicht erwerbsgemindert sind und kein Kind erziehen”, erklärt Theil weiter. Sie sei auf zwei Jahre befristet und betrage ein Viertel der Rente, auf die der Verstorbene zum Zeitpunkt des Todes Anspruch gehabt hätte. “Die große Rente beträgt 55 Prozent und wird gezahlt, wenn der Hinterbliebene älter als 45 ist oder ein Kind erzieht oder erwerbsgemindert ist.”

Anrechnung zusätzlicher Einkommen

Wer als Hinterbliebener neben der Rente weitere Einkünfte hat, dem werden diese oberhalb eines bestimmten Freibetrags zu 40 Prozent auf die Witwenrente angerechnet. Dadurch wird die Hinterbliebenenrente womöglich in geringerer Höhe gezahlt oder die Zahlung ruht sogar ganz. Rentenexperte Theil rät daher, sich etwa vor Aufnahme einer Beschäftigung beim zuständigen Rentenversicherungsträger oder in den Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung über die Auswirkungen zu informieren.

Weitere Informationen gibt es über das kostenlose bundesweite Servicetelefon der Deutschen Rentenversicherung Bund unter 0800 1000 4800.

Quelle: Deutsche Rentenversicherung Bund
(ENDE) versicherungspuls/15.05.2009/mar