Altersvorsorge nach der Babypause

Vier von fünf Frauen wollen wieder arbeiten, wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind. Eigenes Geld verdienen, neue Herausforderungen suchen, Selbstbewusstsein tanken: Es gibt viele Motive, die Mütter zurück in den Job ziehen. Für rund zwei Drittel der Frauen spielt bei dieser Entscheidung auch das Thema Rente eine wesentliche Rolle.

Drei Viertel aller Frauen liegt die eigene Altersvorsorge sehr am Herzen, so eine Emnid-Umfrage im Auftrag der Hamburg-Mannheimer Versicherungs-AG. Das große Problem: 72 Prozent schätzen ihre Situation falsch ein. Tatsache ist, bei vielen Rentnerinnen klafft im Alter eine riesige Versorgungslücke. Im Schnitt gibt es gerade mal rund 500 Euro im Monat – etwa die Hälfte der Durchschnittsrente eines Mannes. Beim Wiedereinstieg in den Job ist es also extrem wichtig, sich um die private Altersvorsorge zu kümmern.

Riester-Rente lockt mit staatlichen Zuschüssen

Finanziell besonders interessant: die Riester-Rente. “Diese staatlich geförderte Form der privaten Altersvorsorge ist ein Basisbaustein und lohnt sich vor allem für Mütter”, erklärt Tatjana Höchstödter von der Hamburg-Mannheimer. Grund: Es winken Zuschüsse vom Staat. Bis auf das Jahr nach der Geburt eines Kindes, in dem sich der Eigenbetrag noch aus dem Verdienst des letzten Arbeitsjahres errechnet, ist in der Elternzeit in den ersten drei Jahren meist nur ein jährlicher Sockelbetrag von 60 Euro fällig, um die volle Förderung vom Staat zu erhalten. Zurzeit gibt es 154 Euro Grundzulage im Jahr, plus 185 Euro pro Kind. Zusätzlich erhöht sich für nach dem 31. Dezember 2007 geborene Kinder die Kinderzulage auf 300 Euro.

Weitere Informationen zum Thema Riester-Rente: Deutschen Rentenversicherung Bund

Lebensversicherung als ergänzende Vorsorge

Als weiteres Mittel zur Altersvorsorge empfiehlt die Hamburg-Mannheimer alle Formen von Lebensversicherungen – sofern sie speziell auf die Bedürfnisse von Frauen zugeschnitten sind. Sie sollten unbedingt Folgendes enthalten: Eine Nachversicherungsgarantie ohne Gesundheitsprüfung, so dass sich die Leistungen gegebenenfalls problemlos aufstocken lassen. Das ist immer dann sinnvoll, wenn durch veränderte Lebensumstände der Absicherungsbedarf steigt – etwa nach Geburt eines Kindes, Heirat oder auch bei Scheidung.

Weiterer wichtiger Aspekt: Flexibilität! “Es muss möglich sein, die Beitragszahlungen über eine gewisse Zeit zu mindern, einzufrieren oder von vorneherein eine begrenzte Phase der Beitragszahlung vorzusehen”, rät Höchstödter. Damit ist die private Altersrente selbst dann nicht gefährdet, wenn in der Familienpause kein eigenes Einkommen erzielt wird. Wichtig aber auch: Wer während der Babypause keine Beiträge entrichtet hat, sollte unbedingt daran denken, die Zahlungen wieder aufzunehmen. Besonders Frauen sollten im Alter auf möglichst ungeschmälerte Rentenleistungen zurückgreifen können. Schließlich leben sie im Schnitt sechs Jahre länger als Männer.

Quelle: Hamburg Mannheimer/ERGO Versicherungsgruppe
(ENDE) geschichtspuls/07.05.2009/mar