Rückkauf von Lebensversicherungen in der Krise

Kurz notiert: Wer seine Lebensversicherung aus finanziellen Nöten verkaufen will, muss sich auf harte Zeiten einstellen: Der Zweitmarkt für Lebensversicherungen steckt in der Krise, berichtet die Financial Times Deutschland (ftd). Demnach finden nur noch die wenigsten Versicherungsnehmer einen Käufer für ihre Police, der mehr Geld zahlt als der eigene Versicherer bei einer Kündigung der Lebensversicherung. Im Sog der Finanzkrise sei auch der so genannte Zweitmarkt für Lebensversicherungen in die Knie gegangen.


Die Policenhändler seien inzwischen selbst knapp bei Kasse, ihr Geschäftsmodell wackle. “Gekauft wird momentan nur noch wenig und wenn, dann ausgewählt”, zitiert die Zeitung Thomas Laumont, Vorstand des Bundesverbands Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL). Während die Verbandsmitglieder 2007 Verträge im Wert von 1,4 Milliarden Euro erwarben, belief sich der Umsatz im vergangenen Jahr auf nur noch rund 500 Millionen Euro. Ein wichtiger Grund für den Rückgang ist laut BVZL das bereits in 2007 gestiegene Zinsniveau, das zu einer geringeren Gewinnmarge der Aufkäufer führt. Der Verband gibt daher auch für 2009 einen gedämpften Ausblick (.pdf-Datei).

Für die Versicherungsnehmer bedeutet dies, sich mit dem mageren Rückkaufswert des Versicherers zu bescheiden. “Das ist bedauerlich, aber nicht zu ändern”, sagt Arno Gottschalk von der Verbraucherzentrale Bremen in der ftd. Grundsätzlich sollte man vor der Stornierung einer Lebensversicherung aber weiterhin versuchen, diese auf dem Zweitmarkt zu verkaufen.

Quelle: ftd, BVZL
(ENDE) versicherungspuls/07.04.2009/mar