Auslandsreise-Krankenversicherung: “Sehr gut” versichert ab sechs Euro

Bereits für sechs Euro im Jahr bekommen Reisende eine “sehr gute” Auslandsreise-Krankenversicherung. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest/Finanztest in einer aktuellen Analyse. Dabei schafften von insgesamt 38 untersuchten Tarifen 9 ein “Sehr gut” und 18 ein “Gut” für ihre Versicherungsbedingungen.

Einen Krankenschutz fürs Ausland sollten alle Reisenden abschließen. Denn in vielen Ländern außerhalb Europas übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen keine Behandlungskosten. Und auch innerhalb von Europa wird nicht alles gezahlt. Insbesondere die Kosten für einen Rücktransport übernehmen die Kassen nicht – das gilt übrigens auch für die meisten privaten Krankenversicherer.

Auf der sicheren Seite sind Urlauber da mit einer Auslandsreise-Krankenversicherung. Dabei bekommt man laut Stiftung Warentest bereits für sechs Euro im Jahr bei der Debeka eine “sehr gute” Police, für 2 Euro mehr eine ebenfalls “sehr gute” bei der Huk-Coburg. Die Huk bezahle auch den Krankenrücktransport ohne Einschränkungen, sobald er sinnvoll und vertretbar sei.


Vorerkrankungen als Problem

Allerdings sollten Reisende nicht nur auf den Preis schauen. Gerade bei Vorerkrankungen weigerten sich manche Anbieter für die Behandlungskosten im Ausland aufzukommen. Der Schutz sei für “akut”, “unvorhergesehen” oder “unerwartet” aufgetretene Krankheiten am Urlaubsort vorgesehen, laute dabei oftmals die Begründung. Da empfehle es sich beispielsweise für chronisch Kranke bei der Auswahl einer geeigneten Police auch genau auf die Versicherungsbedingungen zu schauen. Hilfreich bei möglichen Auseinandersetzungen mit dem Versicherer sei zudem, sich vor Reisebeginn vom Hausarzt die Reisefähigkeit bescheinigen zu lassen.

Altverträge anpassen

Bei bereits länger abgeschlossenen Auslandsreise-Krankenversicherungen rät Stiftung Warentest dazu, den Versicherer um eine Vertragsumstellung zu bitten. Denn obwohl viele Assekuranzen in den vergangenen Monaten bei den Anforderungen nachgebessert hätten, würden die Bedingungen nicht automatisch für Altverträge greifen.

Wenig Verlass bei Notrufdiensten

Nicht verlassen sollten sich Urlauber hingegen auf die Unterstützung der Notrufdienste, die im Auftrag der Krankenversicherung bei der Suche nach geeigneter ärztlicher Versorgung am Urlaubsort helfen sollen. Nur drei von zehn Notdiensten konnten bei einem Anruf von den Azoren die nächstgelegenen Gesundheitszentren korrekt nennen, so Stiftung Warentest. Stattdessen hätten gestresste Mitarbeiter oft überhaupt keine Auskunft gegeben oder die Tester in die weit entfernte Hauptstadt geschickt. Der ADAC habe sogar zu einem Arzt auf dem 1.500 km entfernten Festland geraten.

Anstatt sich über überflüssige Telefonate und unbefriedigende Auskünfte zu ärgern, sollte man sich selbst helfen und schon zuhause die nötigen Informationen für den Notfall zusammentragen.

Der ausführliche Test findet sich in der April-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und im Internet unter test.de: Die besten Policen für Ihre Reise. Weitere Tipps zum Abschluss solcher Policen gab die test-Redaktion auch schon in den Vorjahren.

Quelle: Stiftung Warentest/Finanztest
(ENDE) versicherungspuls/06.04.2009/mar

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