Höhere Rente bei Pflege von Angehörigen

Wenn der Vater oder die Mutter pflegebedürftig ist, übernehmen oft die Kinder oder andere Angehörige die Pflege. Für die Betroffenen bedeutet dies Verzicht auf vielerlei, unter anderem darauf, weiterhin voll zu arbeiten. Doch es gibt auch einen Vorteil: wer seine Angehörigen pflegt, erhöht dadurch seine spätere Rente.

Folgende Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein, erklärt Ulrich Theil von der Deutschen Rentenversicherung Bund: “Man muss einen Pflegebedürftigen nicht erwerbsmäßig, also privat, wenigstens 14 Stunden wöchentlich in seiner häuslichen Umgebung pflegen. Es muss dabei kein verwandtschaftliches Verhältnis zum Pflegebedürftigen vorliegen. Wichtig ist zudem: Der Pflegebedürftige muss Anspruch auf Leistungen aus der sozialen oder privaten Pflegeversicherung haben.”

Sind diese Voraussetzungen gegeben, erhöht sich der Rentenanspruch der Pflegenden auch ohne dass sie weiter Beiträge in die staatliche Rentenversicherung zahlen. Die Beiträge werden stattdessen voll durch die Pflegekasse oder privaten Versicherungsunternehmen getragen.

Die Versicherungspflicht beginnt jedoch nicht automatisch, sondern hierfür ist ein Antrag erforderlich. Die Beitragshöhe richtet sich nach dem Schweregrad der Pflegebedürftigkeit, also nach den Pflegestufen I bis III und dem sich daraus ergebenden zeitlichen Umfang notwendiger Pflegetätigkeit. Den Grad der Pflegebedürftigkeit stellt der Medizinische Dienst der Krankenversicherung fest.

Dazu gibt Rentenexperte Theil ein Beispiel: “Eine Frau mit der Pflegestufe II, wohnhaft in Stuttgart, wird mindestens 21 Stunden wöchentlich von ihrer Tochter gepflegt. Diese wird rentenrechtlich so gestellt, als ob sie gut 16.000 Euro im Jahr verdient hätte, was einer monatlichen Rentenerhöhung von 14 Euro entspricht.”

Neben der Pflege ist eine Berufstätigkeit erlaubt. Doch man muss dabei aufpassen: “Versicherungspflicht wegen Pflege tritt nur ein, wenn Pflegepersonen neben der Pflegetätigkeit nicht mehr als 30 Stunden wöchentlich beschäftigt oder selbständig tätig sind”, erläutert Theil.

Weitere Informationen im Einzelfall bieten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der wohnortnahen Auskunfts- und Beratungsstellen kostenlos. Dort und auch beim bundesweiten kostenlosen Servicetelefon unter 0800 1000 4800 gibt es weitere Auskünfte zum Antragsverfahren und zur Versicherungspflicht. Alles ist auch im Internet abrufbar unter deutsche-rentenversicherung.de.

Quelle: Deutsche Rentenversicherung Bund
(ENDE) versicherungspuls/27.07.2009/mar